Quintus Aurelius Symmachus wurde um 342 geboren und starb in den Jahren 402/403 n.Chr. Er war im spätantiken Rom Senator, Konsul und Stadtpräfekt sowie der berühmteste Redner seiner Zeit, der unter anderem die Anliegen des untergehenden Heidentums vertrat. Besonders bekannt ist sein Plädoyer für religiöse Toleranz und den Erhalt des Victoriaaltars in der Senatscurie. Dank seiner aus den Jahren 365 bis 402 umfangreich erhaltenen Korrespondenz ist sein Lebensweg für einen Nichtchristen des ausgehenden vierten Jahrhunderts außergewöhnlich gut dokumentiert. Die Familie der Symmachi war unter Konstantin dem Großen in den Senatorenstand aufgestiegen. Der Vater des Symmachus, Lucius Aurelius Avianius Symmachus, war 364–365 Stadtpräfekt von Rom und designierter Konsul für das Jahr 377, starb jedoch vor seinem Amtsantritt. Symmachus war mit Rusticiana verheiratet und hatte mit ihr den Sohn Quintus Fabius Memmius Symmachus, der im Jahre 401 Prätor war.
Bereits aus Anlass des fünfjährigen kaiserlichen Regierungsjubiläums von Valentinian I. am 25. Februar 369 reiste er nach Trier: Vor Valentinian und seinem Sohn Gratian hielt Symmachus drei Lobreden und begleitete in der Folge den Feldzug gegen die Alamannen. In Tier lernte Symmachus Ausonius kennen, zwischen beiden gab es einen regen Briefwechsel. In Rom wurde ihm die Ehre zuteil, eine Rede anlässlich des Sieges des Gratian über die Alamannen und des Theodosius I. über die Goten im Jahre 379 zu halten. Nach dem Tod des Gratian wurde er während der Regierungszeit von Valentinian II. 384 Stadtpräfekt von Rom, trat aber 385 vor dem Hintergrund seines Eintretens für die Belange der heidnischen Religionsausübung auf Druck seiner christlichen Gegner zurück. Dennoch verlieh ihm der Senat Roms den Ehrentitel princeps senatus und Valentinian II. lud ihn zu einer Ansprache anlässlich seines dritten Konsulats ein (ep. III 52; III 63). Aufgrund seiner rhetorischen Fähigkeiten scheint ihm der Senat im Jahre 388 die Aufgabe übertragen zu haben, auf den nach Italien einmarscherten Usurpator Magnus Maximus eine Lobrede zu halten. Da der oströmische Kaiser Theodosius I. jedoch den Usurpator bald schlagen konnte und Valentinian II. wieder als Kaiser einsetzte, drohte Symmachus wegen Majestätsverbrechens die Todesstrafe, der er nur knapp entging; auf Theodosius hielt er daraufhin eine weitere Lobrede. Dennoch ließ sich das Zerwürfnis mit Theodosius nicht vermeiden, der mit bis dahin nicht gesehener Konsequenz die heidnischen Tempel schließen ließ und heidnische Opfer und Religionsausübung verbat. Unter dem Nachfolger des 392 von Heermeister Arbogast ermordeten Valentinian II., dem Usurpator Eugenius, änderte sich die Religionspolitik hin zu einer weniger repressiven Haltung gegen das Heidentum: Aus dieser Zeit (393) sind seine Pläne zur Ausrichtung von aufwändigen Spielen aus Anlass der Quästur seines Sohnes (ep. II 46; II 76-78; II 81; V 20-22; V 46; V 49; V 59; V 62; VII 76; IX 117; V 119; V 120) und zu Gladiatorenspielen bekannt (), welche Christen ja grundsätzlich ablehnten. Bereits 394 konnte Theodosius I. Eugenius vernichtend schlagen und Honorius wurde weströmischer Kaiser. Mehr und mehr zog sich Symmachus aus der Politik zurück, sein letztes Lebenszeichen stammt aus dem Jahre 402.
Aus den Briefen des Symmachus sind zahlreiche Details über die Organisation und Finanzierung von Theateraufführungen, Jagdveranstaltungen und Circusrennen bekannt. So ließ er Schauspieler aus Sizilien über Kampanien nach Rom kommen (ep.
VI 33; VI 42) und sorgte für die Zurschaustellung von Krokodilen (ep.
IV 8;
VI 43;
IX 141;
IX 151) im Theater. Für Circusveranstaltungen kümmerte er sich um den Transport von Rennpferden aus Spanien, das für seine Pferdezucht berühmt war (ep.
IV 58;
IV 60;
IV 62;
IV 63;
IX 20;
IX 22;
IX 25,2). In Vorbereitung von venationes sorgte er für den Transport von Bären aus Dalmatien (ep.
V 62-
63;
VII 59;
VII 110,3;
VII 121;
VII 122,2;
IX 135;
IX 142) und kümmerte sich um kaiserliche Genehmigungen für die Besorgung von Leoparden, die in dieser Zeit offenbar nicht mehr selbstverständlich war (ep.
VII 59;
VII 110,3;
VII 121;
VII 122,2;
IX 135;
IX 142). Weiterhin besorgte er den Transport exotischer Tiere wie Antilopen (ep.
IX 144) oder schottischer Hunde (ep.
II 77). Nordafrika war scheinbar bevorzugtes Gebiet für die Jagd auf wilde Tiere, wie der Ausdruck congressio Libyca andeutet, welcher eine gängige Zusammenstellung nordafrikanischer Tiere zu bezeichnen scheint (ep.
II 76). Weitere Briefe werfen ein Licht auf das Netzwerk von Tierhändlern und
bestiarii, das ihm bei Beschaffung dieser Resourcen behilflich war (
V 21;
V 22;
V 62;
IX 15;
IX 16;
IX 117;
IX 132;
IX 137;
IX 141). Für die im Niedergang begriffenen Gladiatorenkämpfe bestätigte er im Jahre 384 die Begrenzung der finanziellen Aufwändungen (rel. VIII 3). Ob zwei Briefe des Jahres 393 sich auf Gladiatorenkämpfe Mann gegen Mann oder Mann gegen Tier beziehen, ist nicht ganz klar: Jedenfalls hatte der Kaiser hierfür sächsische Kriegsgefangene zur Verfügung gestellt (ep.
II 46;
V 62). In zwei Reden der Jahre 402/403 gegen Symmachus plädierte Prudentius vor Kaiser
Honorius für die Abschaffung der blutigen Gladiatorenkämpfe (Prud. contra Symmachum I 379-407; II 1091-1129).
Literatur und Ausgaben
Otto Seeck (Hrsg.), Q. Aurelii Symmachi quae supersunt, Monumenta Germaniae Historica, Auctores antiquissimi, VI 1 (Berlin 1883; ND München 1984)
Alexandra Forst (Hrsg.), Q. Aurelius Symmachus. Amtliche Schreiben. Relationes. Lateinisch-deutsch (Berlin - Boston 2020)
Angela Pabst (Hrsg.), Reden. Orationes, Texte zur Forschung, 53 (Darmstadt 1989)
Jean-Pierre Callu (Hrsg.), Quintus Aurelus Symmachus, Lettres 1, Livres I-II (Paris 1972); ders., dass. Lettres II, Livres III-V (Paris 1982); ders., dass., Lettres III, Livres VI-VIII (Paris 1995); ders., dass., Lettres IV, Livres IX-X (Paris 2002)
RE IV A,1 (Stuttgart 1931) 1146–1158 s.v. Symmachos Nr. 18 (Otto Seeck) (
wikisource)
weblinks:
Biblioteca digitale di testi latini tardoantichi (Briefe)
Texte
Symmachus, ep. II 46:
1. Ferunt Socraten, si quando excidit cupitis aut destinatis, id sibi utile, quod evenerat, aestimasse; nam meriti sui securus interpres ea coniectabat esse meliora, quae casus dabat, quam quae animus adpetebat. Sequor sapientis exemplum et in bonam partem traho, quod Saxonum numerus morte contractus intra summam decretam populi voluptatibus stetit, ne nostrae editioni, si quid redundasset, accederet. 2. Nam quando prohibuisset privata custodia desperatae gentis impias manus, cum viginti et novem Saxonum fractas sine laqueo fauces primus ludi gladiatorii dies viderit? Nihil igitur moror familiam Spartaco nequiorem velimque, si ita facile factu est, hanc munificentiam principis Libycarum largitione mutari. 3. Nam gladiaturae idoneos communi cura prospiciet, quae pars in apparatu
quaestorio prior est, ut auctoramento lectos longus usus instituat. Nostros, quibus ursorum lectio et conparatio iam pridem credita est, pervectos ad te temporis aestimatione non ambigo. Sed si cursualium praepositorum avaritia retardantur, erit beneficientiae tuae moras quibus tenentur absolvere. Vale.
„1. Man sagt, Sokrates habe – wann immer sich Ereignisse entgegen seinen Wünschen oder Plänen entwickelten – das tatsächlich Geschehene als für sich vorteilhaft betrachtet; denn im Vertrauen auf seinen eigenen Wert ging er davon aus, dass die Gaben des Zufalls besser seien als das, wonach sein Geist gestrebt hatte. Ich folge dem Beispiel des Weisen und betrachte es positiv, dass die Zahl der Sachsen – dezimiert durch den Tod – innerhalb des für die Unterhaltung des Volkes festgesetzten Kontingents blieb, sodass unserer geplanten Vorführung kein Überschuss hinzugefügt werden musste. 2. Denn wie sonst hätte private Bewachung die gottlosen Hände dieses verzweifelten Schlags von Menschen im Zaum halten können, wenn man bedenkt, dass am Eröffnungstag der Gladiatorenspiele neunundzwanzig Sachsen die Kehle zerquetscht bekamen – ganz ohne den Einsatz einer Schlinge? Ich habe kein Verlangen nach einer Kämpfertruppe, die noch verkommener ist als die Bande des Spartacus, und ich würde mir wünschen – sofern es sich leicht einrichten lässt –, dass diese kaiserliche Zuwendung stattdessen in eine Gabe libyscher Wildtiere umgewandelt wird. 3. Denn das Personal des Quästors – dessen Aufgabe es ist, die erste Phase der Vorbereitungen zu leiten – wird sich um die Auswahl geeigneter Gladiatoren kümmern und sicherstellen, dass die vertraglich Verpflichteten durch langes Training eine angemessene Ausbildung erhalten. Ich hege keinen Zweifel daran, dass jene Männer, denen schon vor geraumer Zeit die Aufgabe der Auswahl und Beschaffung von Bären übertragen wurde, Sie bereits erreicht haben – unter Berücksichtigung der für die Reise erforderlichen Zeit. Sollten sie jedoch durch die Habgier der Postbeamten aufgehalten werden, wäre es ein Akt der Freundlichkeit Ihrerseits, die Verzögerungen zu beseitigen, die sie zurückhalten. Lebe wohl.”
Lit.: K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 249.
Symmachus, ep. II 76:
... Interea nos ursis saepe promissis et diu speratis sub ipso articulo muneris indigemus. Vix enim paucos catulos maceratos inedia et labore suscepimus. Et de leonibus fama conticuit, quorum adventus posset efficere ut ursorum defectum congressio Libyca repensaret.
„... Unterdessen benötigen wir dringend die Bären, die vielfach versprochen wurden und schon lange erwartet werden. Denn wir haben nur wenige Jungtiere erhalten, die vor Hunger und Erschöpfung völlig abgemagert sind. Zudem gibt es keinerlei Nachricht mehr über die Löwen, deren Eintreffen ein Spektakel libyscher Art ermöglicht hätte, um den Mangel an Bären auszugleichen.”
Lit.: K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 249.
Symmachus, ep. II 77:
Editioni muneris nostri et usitata a te et insolita conferuntur; ita omnia ad conciliandum
quaestori nostro plebis favorem et sollemnium rerum largus et novarum repertor excogitas. Ut nunc septem Scotticorum canum probavit oblatio, quos praelusionis die ita Roma mirata est, ut ferreis caveis putaret advectos. Ergo et huius rei causa et praeterea munerum ceterorum, quantas maximas possum tibi gratias ago, licet in his, quae studiose fratribus pro magnitudine animi tui tribuis, beneficium te non putes praestare sed sumere. Vale.
„Du steuerst sowohl bewährte als auch neuartige Elemente zur Ausgestaltung unserer Spiele bei; auf diese Weise – sei es durch die prunkvolle Ausrichtung traditioneller Veranstaltungen oder die Einführung neuer Attraktionen – setzt du alles daran, die Gunst des Volkes für unseren Quästor zu gewinnen. Ein jüngstes Beispiel hierfür ist die Schenkung von sieben schottischen Jagdhunden; sie versetzten Rom am Tag der Vorführung in solches Staunen, dass man glaubte, sie seien in Eisenkäfigen herbeigeschafft worden. Für diesen Beitrag wie auch für die übrigen Zuwendungen spreche ich dir meinen tiefsten Dank aus – auch wenn du selbst der Ansicht bist, durch die großzügige Unterstützung, die du den Brüdern voller Eifer und im Geiste deiner Freigebigkeit zuteilwerden lässt, eher eine Wohltat zu empfangen als zu erweisen. Lebe wohl”
Symmachus, ep. II 81:
1. Filius noster Symmachus, peracto munere candidato, offert tibi dona
quaestoria et ceteras necessitudines nostras pari honore participat. Quaeso igitur ut eius nomine diptycha et apophoreta suscipere dignemini, qui apparatui eius plura et praeclara tribuistis. 2. Praeterea domino et principi nostro, ad referendam largitati eius sedulam magis quam parem gratiam, auro circumdatum diptychum misi. Ceteros quosque amicos eburneis pugillaribus et canistellis argenteis honoraui. Tuae igitur potestati tuoque arbitrio committo, ut opportune singulis, quae missa sunt, offerantur. Vale.
„1. Unser Sohn Symmachus, der seine Pflichten als Amtsbewerber erfüllt hat, überreicht dir die üblichen Geschenke anlässlich seines
Quästorats und lässt dir – in gleicher Wertschätzung – die weiteren Zeichen unserer Freundschaft zukommen. Ich bitte dich daher, die in seinem Namen gesandten Diptychen und Gastgeschenke wohlwollend entgegenzunehmen – du, der du bereits so viel Herrliches zu seinem feierlichen Auftritt beigesteuert hast. 2. Des Weiteren habe ich unserem Herrn und Princeps ein goldgerahmtes Diptychon gesandt, um mich für seine Großzügigkeit zu bedanken – ein aufrichtiger Dank, auch wenn er der Größe seines Geschenks nicht gleichzukommen vermag. Alle übrigen Freunde habe ich mit Schreibtafeln aus Elfenbein und kleinen silbernen Körbchen bedacht. Ich lege es daher in deine Hände und dein Ermessen, diese Geschenke jedem Empfänger zur rechten Zeit zu überreichen. Lebe wohl.”
Vgl.
Cod. Theod. 15.9.1.
Symmachus, ep. IV 8, an
Stilicho:
1. Intellego ex mora et cunctatione rescripti atque ... divini aliquid in his quae praetoria filii mei supplicatio conprehendit incongruum vel dubium iudicari, atque ideo denuo tibi petitionum mearum debeo praestare rationem. De equis ob natalem d. n. Honorii ... et invictissimi principis largiendis, licet hoc anno obsequii istius tempus effluxerit, opinor votum meum non potuisse reprehendi. Aquae vero theatralis et holosericarum vestium impetratio etiam aliis ante me plerumque delata est et ideo iuvatur exemplis.
2. Amphitheatrum in spectaculum, quod editioni filii mei propter capacitatem loci opto concedi, etiam ludicris quaestorum praelusionibus non negatum, testimonio sunt rescripta privilegio ... solis patere consulibus. Sciat a me dudum rei istius processisse principium, non ut fastigio consulari quod proxime tui culminis felix et olim debitus magistratus ornavit, ex hoc aliquid adderetur — neque enim praecipuus honor rerum talium requirit augmenta —, sed ne populus Romanus adpetentior istiusmodi voluptatis minoris loci urgueatur angustiis.
3. Ceterum quid praerogativae habeat non video, cum etiam censuales absentium munera illic soleant exhibere, quorum mediocritatem volumus aemulari. Haec eo scribo, ne videar iniquitatis aut insolentiae argui, si aliquid denegetur, sed eminentissimae et semper mihi reverendae sublimitati tuae expendendum relinquo, quid merito existimes convenire. De me enim opinio hominum iudicabit, si iusta non impetrem, cum tuae censurae animus soleat magna praestare. Vale.
1. Aus der Verzögerung und dem Zögern des Reskripts ... schließe ich, dass etwas ... in den Anliegen meines Sohnes als unpassend oder zweifelhaft angesehen wird, und deshalb muss ich erneut den Grund meiner Bitten darlegen. Was die Gewährung von Pferden zum Geburtstag des Unseres Herren
Honorius ... und des unbesiegbarsten Princeps betrifft, so ist die Zeit für diesen Dienst in diesem Jahr zwar verstrichen, doch ich glaube, dass mein Wunsch nicht hätte beanstandet werden können. Auch die Bitte um Theaterwasser und Gewändern aus Samt wurde schon oft vor mir geäußert und ist daher durch Beispiele belegt.
2. Das
Amphitheater für die Aufführung, das ich meinem Sohn aufgrund seiner Kapazität für die Veröffentlichung gewähren möchte, wurde selbst durch die spielerischen Einwände der Quästoren nicht verweigert, wie die Reskripte belegen, welche besagen, dass dieses Privileg ... nur den Konsuln zusteht. Lasst ihn wissen, dass der Ursprung dieser Angelegenheit längst bei mir liegt, nicht etwa, damit der konsularischen Würde, die Eure glückliche und rechtmäßige Obrigkeit jüngst geschmückt hat, noch etwas hinzugefügt werde – denn die höchste Ehre solcher Dinge bedarf keiner Zusätze –, sondern damit das römische Volk, das sich nach solchen Freuden sehnt, nicht durch die Enge eines unbedeutenderen Ortes benachteiligt werde.
3. Außerdem sehe ich nicht, welches Vorrecht dieser Ort hat, da selbst die Zensoren dort Abwesende beschenken, deren Mittelmäßigkeit wir nacheifern wollen. Ich schreibe dies, damit ich nicht des Unrechts oder der Anmaßung bezichtigt werde, sollte etwas verneint werden, doch überlasse ich es Eurer erhabenen und stets verehrten Erhabenheit, zu entscheiden, was Eurem Recht entspricht. Denn die Meinung der Menschen wird über mich urteilen, sollte ich nicht Gerechtigkeit erlangen, da Euer Geist der Tadelung zu Großem fähig ist. Lebt wohl.
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres II (Livres III-V). Texte établi, traduit et commenté (Paris 1982) 90-91; A. Puk, Das römische Spielewesen in der Spätantike, Millennium-Studien, 48 (Berlin - Boston 2014) 364; K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 248.
Symmachus, ep. IV 12, an
Stilicho:
Consulatum mecum liberalitate continuas et ut publicus parens in futuros etiam magistratus imperialem provocas largitatem. Quo ergo mihi ore celebrandus es, qui fastigio honorum iure conspicuus
praetorios quoque instruis apparatus? Cogitas enim ceteris saeculi bonis etiam privatorum munia debere congruere. 2. Itaque d. n.
Honorio divinae stirpis Augusto benefaciendi semper addis calorem docesque invictum principem senatoriam mediocritatem muneribus incitare. Cui pro me agere gratias solus omnium potes, qui tanti beneficii auctor fuisti. Ego in filii mei editione testabor, cum Romanam caveam leopardorum cursus impleverit, cui iustior plausus et laeta vocum suffragia debeantur. 3. Longius pergerem, nisi tuus nobilis pudor par virtutibus ceteris laudis onera vitaret. Ero igitur verborum modicus, dum singulari verecundiae tuae obsequor, sed praecelsa sublimitas tua teneat definitum meam gratiam quae parca sermonis est in animo redundare. Vale.
„Durch deine Großmut verlängerst du das Konsulat an meiner Seite, und als Vater des Gemeinwesens regst du kaiserliche Freigebigkeit auch für künftige Amtsträger an. Mit welchen Worten soll ich dich also preisen – dich, der du, zu Recht mit dem Gipfel der Ehren ausgezeichnet, auch die Ausstattung für die Spiele der
Prätoren übernimmst? Denn du bist der Ansicht, dass auch die Pflichten der Privatbürger mit den übrigen Segnungen dieser Zeit im Einklang stehen sollten. 2. So entfachst du beständig den Eifer für Wohltätigkeit in unserem Herrn
Honorius – einem Augustus göttlicher Abstammung – und lehrst den unbesiegten Princeps, die bescheidenen Mittel der Senatoren durch eigene Gaben zu unterstützen. Du allein von allen kannst ihm in meinem Namen Dank sagen, da du der Urheber einer solch großen Wohltat warst. Wenn bei den Spielen meines Sohnes Leoparden in der römischen Arena laufen, werde ich bezeugen, wem der aufrichtigste Beifall und der freudige Jubel der Menge zu Recht gebühren. 3. Ich würde mehr sagen, wenn nicht deine edle Bescheidenheit – ganz im Einklang mit deinen übrigen Tugenden – die Last des Lobes scheute. Aus Rücksicht auf deine außergewöhnliche Zurückhaltung will ich mich daher kurz fassen; doch möge deine erhabene Persönlichkeit wissen, dass die Dankbarkeit, die ich hier so knapp zum Ausdruck bringe, in meinem Herzen überströmt. Lebe wohl.”
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres II (Livres III-V). Texte établi, traduit et commenté (Paris 1982) 94.
Symmachus, ep. IV 58: an Euphrasius:
Annuos gaudii fructus ex litteris tuis capio; hunc reditum mihi, has opes pendit Hispania. Itaque ubi pulsa hieme patescunt navium viae, paginas tuas commendo ventis, quas mihi iste annus frequentes quidem, seras tamen reddidit. Nam decedebat autumnus, cum homines tui Tiberina tetigerunt. Hinc factum est, ut haererent apud nos defectu navigationis. Suadeo igitur eorum moras pro tua iustitia boni consulas. 2. Quamvis prius nomine meo venia poscenda sit, quod de curulibus equis quattuor datum mihi a te ius electionis omiserim. Velim credas hanc abstinentiam non fuisse fastidii, sed quia nullum eorum iugo alacrem vel dorso mitem probavi, optio meritis non excitata cessavit frenata. Oportunum videtur diligentiam tuam precibus ambire, ut in
praetoriam filii mei functionem visu et cursu nobiles praeparentur. Gemina ante editionis claritudine in os hominum venimus: satisfaciendum videtur expectationi quae crevit exemplis. 3. Quare amori tuo laudis nostrae commendo causam quae paulisper censuram vitae tuae gravitatemque animi ad populares auras debet inflectere? Domo pretium adportabitur tuo arbitratu nobilium quadrigarum dominis inferendum; solam de amicitia tua electionis curam requiro factu facilem, cum sit dives equini pecoris Hispania et magnus gregum numerus copiam praestet examini. Vale.
„Aus Ihren Briefen schöpfe ich alljährlich Freude; das ist der Ertrag, das der Reichtum, den mir Spanien gewährt. Wenn daher der Winter vorüber ist und die Seewege wieder offenstehen, vertraue ich Ihre Briefe den Winden an – Briefe, die mich in diesem Jahr, obgleich sie zahlreich genug waren, doch recht spät erreichten; denn der Herbst neigte sich bereits dem Ende zu, als Ihre Leute den Tiber erreichten. Infolgedessen wurden sie hier durch das Fehlen geeigneten Segelwetters aufgehalten. Ich bitte Sie, diese Verzögerung in Ihrer Güte nachsichtig zu beurteilen. 2. Zunächst jedoch muss ich Sie um Nachsicht dafür bitten, dass ich auf das Recht verzichtet habe, das Sie mir einräumten, vier *curulische* Pferde auszuwählen. Ich möchte, dass Sie wissen, dass dieser Verzicht nicht aus Geringschätzung geschah; da ich jedoch keines der Tiere fand, das sich im Joch durch Lebhaftigkeit oder unter dem Sattel durch Sanftmut ausgezeichnet hätte, unterblieb die Wahl – mangels entsprechender Vorzüge. Es erscheint mir angebracht, an Ihre Sorgfalt zu appellieren, dafür zu sorgen, dass Pferde von edler Erscheinung und Schnelligkeit für die
Prätorenspiele meines Sohnes bereitgestellt werden; nachdem wir bereits durch zwei frühere Veranstaltungen öffentlichen Beifall errungen haben, müssen wir nun den Erwartungen gerecht werden, die jene Darbietungen geweckt haben. 3. Warum empfehle ich Ihrer wohlwollenden Aufmerksamkeit eine Angelegenheit, die von Ihnen verlangt, Ihr ernstes Urteilsvermögen und Ihre charakterliche Würde für einen kurzen Augenblick den Launen der Menge zuzuwenden? Der Kaufpreis wird von meinem Haus aus übersandt, damit Sie ihn nach eigenem Ermessen an die Besitzer der edlen Viergespanne auszahlen können; ich bitte lediglich um die Mühe der Auswahl – eine leichte Aufgabe, da Spanien reich an Pferden ist und die schiere Zahl der Herden ein reichhaltiges Angebot zur Begutachtung bereithält. Leben Sie wohl.”
Symmachus, ep. IV 60, an Euphrasius:
Praeturam filii mei, si fors dictum iuvet, proximus annus exspectat. Equorum mihi curulium paranda nobilitas est, ut expectationi populi Rom. mea pecunia, tua cura respondeat. Hoc me crebris litteris postulasse meministi. Nunc mihi admonitionis uerba, non petitionis adhibenda sunt; et tamen, cum voluntas in nos tua ambitum non requirat, in tantum me votiva sollicitant, ut anxias auribus tuis tamquam novus petitor ingeram preces. 2. Vincenda est enim mihi fama exemplorum meorum, quae post consularem munificentiam domus nostrae et filii mei
quaestoriam functionem nihil de nobis mediocre promittit. Haec igitur petitionis meae summa est ut me diligentia tua praeteritae gloriae parem faciat. Pretia pro tua aequitate numeranda familiares mei incunctanter exsolvent. Tui beneficii erit, ut quidquid ad curule certamen generosum gignit Hispania, vel domo praebeas vel de aliorum gregibus excerpas. 3. Non vereor inter haec ne me adpetentem plebeiae laudis existimes. Scis enim pro tua sapientia magnae urbis magistratibus angustos animos non convenire. Hoc etiam Tullius tuus praecipit luxum in privatis negotiis arguens, in publicis magnificentiam probans. Quare ex summis opibus iuva Romani animi speciosum calorem venturus in partem popularis mecum favoris, si bonis ex tuo beneficio celebrior fama provenerit. Vale.
„Das kommende Jahr hält für meinen Sohn die
Prätur bereit – sollte sich das Vorzeichen bewahrheiten. Ich muss ein Gespann für die Wagenrennen beschaffen, damit die Erwartungen des römischen Volkes durch meine Mittel und deine Aufsicht erfüllt werden können. Du erinnerst dich, dass ich dies in meinen Briefen schon oft erbeten habe. Nun muss ich dich eher daran erinnern, als eine förmliche Bitte vorzubringen; doch obgleich dein Wohlwollen uns gegenüber keines Anstoßes bedarf, lastet die Hoffnung so schwer auf mir, dass ich dir – wie ein unerfahrener Kandidat – diese besorgten Bitten eindringlich vortrage. 2. Denn ich muss den Ruf übertreffen, der durch die mir vorangegangenen Vorbilder begründet wurde – einen Ruf, der angesichts der konsularischen Freigebigkeit meines Hauses und der
Quästur meines Sohnes die Erwartung weckt, dass wir nichts Alltägliches bieten. Mein Anliegen läuft daher darauf hinaus, dass du mir durch deinen Eifer ermöglichst, an jenen früheren Glanz anzuknüpfen. Meine Beauftragten werden umgehend den Preis entrichten, der nach deinen Maßstäben angemessen ist. Es wäre ein Zeichen deiner Güte, wenn du – sei es aus deinen eigenen Beständen oder durch eine Auswahl aus fremden Herden – jene edlen Tiere bereitstelltest, die Spanien für die Kämpfe in der Arena hervorbringt. 3. Inmitten all dessen fürchte ich nicht, man könnte meinen, ich buhle um den Beifall des einfachen Volkes. Denn du weißt mit deiner ureigenen Weisheit, dass Kleinlichkeit den Amtsträgern einer großen Stadt schlecht ansteht. Auch dein Tullius lehrt dies, indem er Maßlosigkeit im Privaten tadelt, Prachtentfaltung im Öffentlichen hingegen lobt. Unterstütze daher nach Kräften den edlen Eifer eines römischen Geistes – und teile mit mir den Beifall der Menge –, sollte aus deiner Güte ein glänzenderer Ruf erwachsen. Lebe wohl.”
Symmachus, ep. IV 62, an Euphrasius:
Et amicitia nostra in ore multorum est, et laus equorum tuorum longinqua penetravit. Hinc fit, ut suae quisque patriae magistratus meae commendationis opem postulet, gregum tuorum famam secutus. Eo propterea summates
Antiochensium missi ad mercandas quadrigas iuvari apud te sermonis nostri conciliatione voluerunt. Annue, oro, longum peregrinatis et electionis et pretii iustam benignitatem, quae homines opinionem blandam secutos de tuo studio meoque merito verum sperasse confirmet. Vale.
„Unsere Freundschaft ist allseits bekannt, und der Ruf Eurer Pferde hat sich weit verbreitet. Daher erbitten Vertreter verschiedener Regionen, angelockt durch den Ruhm Eurer Gestüte, meine Fürsprache. Aus diesem Grund haben mich führende Bürger
Antiochias, die angereist sind, um Viergespanne zu erwerben, gebeten, bei den Verhandlungen mit Euch zu vermitteln. Ich bitte Euch, ihnen – nach ihrer langen Reise – faire und großzügige Bedingungen sowohl hinsichtlich der Auswahl als auch des Preises zu gewähren; möge dies bestätigen, dass sie mit ihren hohen Erwartungen recht hatten, als sie dem verlockenden Ruf Eurer Hingabe und meinem Einfluss gefolgt sind. Lebt wohl.”
Lit.: J. Arce, Los caballos de Símmaco, Faventia 4.1, 1982, 35-44; J. Vilella, Las cartas del epistolario de Q. Aurelio Símaco enviadas a Hispania, Cassiodorus 2, 1996, 55-67; A. Puk, Das römische Spielewesen in der Spätantike, Millenium-Studien, 48 (Berlin - Boston 2014) 273. Vgl.
RE VI (Stuttgart 1907) 1237 s.v. Eupraxius (Otto Seeck).
Symmachus, ep. IV 63, an Euphrasius:
Fas sit dicere, equorum curulium copia iam non egemus; sed incitat nos
praeturae mora ad desiderium numeri largioris. Si igitur dulcis est, ut solet, mandati mei executio, quattuor ex grege
Laudicianorum quadrigas quas tua defloret electio, ad me opto deduci, cum primum mare navigatio verna patefecerit. Ego pretium quod signaverint litterae tuae, in rem missis renumerabo. Quamquam hoc spondere non debui, quia fides amicitiae syngrapham non requirit. 2. Credo mireris, cur non potius de gregibus tuis postulem, qui potissimos Hiberorum nobilitate praevertunt. Fastidium patitur uniformis spectaculi civitas nostra cuius satietas mihi varietate vincenda est. Tuae modo diligentiae sit adhibere iudicium et ex alienis stabulis aequare laudem tuorum. Nam cum res amici agitur, hos quoque proprios debes putare, quos eligis. Vale.
„Ich möchte anmerken: Auch wenn es mir nicht mehr an Wagenpferden mangelt, lässt mich das lange Warten auf meine
Prätur doch einen noch reichhaltigeren Bestand wünschen. Wenn du also bereit bist, meiner Bitte nachzukommen – wie du es ja gewöhnlich tust –, so hätte ich gerne vier Viergespanne aus dem Gestüt von
Laodicea, von deinem kundigen Auge ausgewählt; sie mögen mir zugesandt werden, sobald die Schifffahrt im Frühling wieder möglich ist. Den in deinem Brief genannten Preis werde ich an die von dir entsandten Beauftragten zahlen. Wobei ich dies eigentlich gar nicht hätte versprechen müssen, denn das Band der Freundschaft bedarf keines förmlichen Vertrags. 2. Du magst dich vielleicht fragen, warum ich nicht stattdessen Pferde aus deinen eigenen Beständen erbitte, die an edler Abstammung selbst die feinsten spanischen Rassen übertreffen. Unsere Stadt ist der immer gleichen Schauspiele überdrüssig, und ich muss diesem Überdruss durch Abwechslung begegnen. Es liegt an deinem Eifer, mit Urteilsvermögen in anderen Ställen Pferde ausfindig zu machen, die deinen eigenen an Güte nicht nachstehen; denn wenn es um die Belange eines Freundes geht, solltest du auch die anderweitig ausgewählten Pferde als deine eigenen betrachten. Lebe wohl.”
Lit.: David Stone Potter, Anatomies of Violence: Entertainment and Politics in the Eastern Roman Empire from Theodosius I to Heraclius, in: M. Vinzent - K. Schlapbach (Hrsg.), Papers presented at the Sixteenth International Conference on Patristic Studies held in Oxford 2011, Vol. 8: New Perspectives on Late Antique Spectacula = Studia Patristica 60 (Löwen 2013) 61-72 (= 4) (
academia.edu)
Symmachus, ep. V 21, an Magnillus:
Potuit sine litteris nostris sanctus Aurelius, si quid de me quaereres, explicare: sed quia fastidiosa salutatio est, quae nudo sermone defertur, iunxi scripta mandatis. Haue igitur dico tibi simulque deprecor ut secundum commonitorium quo summatim muneri praeparanda perscripsi et ipse salva iudiciaria existimatione curam mihi religiosi, ut soles, fratris exhibeas, et homines nostros conparandis quibusdam quae poscit editio iustum inpendium ministrare praecipias. Vale.
Symmachus, ep. V 22, an Magnillus:
Quaestorium parvuli nostri munus adcelerans, communi amico Aurelio quaedam conparanda aut providenda mandavi. Sed quia negotiis publicis et varia iniunctorum occupatione distringitur, Eusebium familiarem nobis speciatim ad te misi, cuius admonitione cura tua in effectum omnium provocetur. Et quia longum visum est litterarum serie agenda conplecti, non graveris commonitorio strictim signata percurrere. Quod satis esse arbitror ad incitamentum diligentiae tuae; neque enim preces oportet adhiberi, cum sola amici voluntas studium tuum debeat incitare. Vale.
„Um die Vorbereitungen für die
Quästur unseres Kleinen zu beschleunigen, habe ich unserem gemeinsamen Freund Aurelius bestimmte Aufgaben der Beschaffung und Vorbereitung übertragen. Da er jedoch durch öffentliche Angelegenheiten und vielfältige Dienstpflichten stark beansprucht ist, habe ich Eusebius – einen unserer engen Vertrauten – eigens zu dir geschickt, damit deine Bemühungen durch sein Zureden neuen Schwung erhalten. Und da es allzu mühsam erschienen wäre, die erforderlichen Schritte in einem langen Brief darzulegen, bitte ich dich, die in der beigefügten Aufzeichnung kurz skizzierten Punkte durchzugehen. Ich halte dies für ausreichend, um deinen Eifer anzuspornen; denn es bedarf keiner förmlichen Bitten, wenn schon der bloße Wunsch eines Freundes genügen sollte, deinen Tatendrang zu wecken. Lebe wohl.”
Symmachus, ep. V 59, an Paternus:
Primis petitionibus nostris multum ponderis addit iteratio, et ideo de
venatoribus exhibendis repeto postulatum, quo facilius tibi diligentiam geminata scripta sollicitent. Dies muneris nostri tempori admovetur: cui largitas candidati sola non sufficit, si lautioribus
harenariis deseratur. Inepta est enim munificentia quae praestatur indignis. Quapropter quaeso te ut
venatorum potissimos auctoritate iudicis et fratris amore concedas multum rebus omnibus additurus, quas civium voluptati animoso inpendio praeparamus. Vale.
„Wiederholung verleiht unseren anfänglichen Bitten großes Gewicht; daher erneuere ich mein Gesuch bezüglich der Bereitstellung von
venatores – in der Hoffnung, dass ein zweites Schreiben Ihren Eifer wirksamer anspornt. Der Termin für unsere öffentliche Veranstaltung rückt rasch näher; die eigene Freigebigkeit eines Kandidaten nützt wenig, wenn die Qualität der
Arena-Kämpfer enttäuscht. Wahrlich, jede Großzügigkeit gegenüber Unwürdigen ist unklug. Ich bitte Sie daher – kraft Ihres Amtes und unserer brüderlichen Verbundenheit –, uns die allerbesten
venatores zu überlassen; dies wird das Schauspiel, das wir mit solch großem Aufwand zur Freude der Bürgerschaft vorbereiten, erheblich aufwerten. Leben Sie wohl.”
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres II (Livres III-V). Texte établi, traduit et commenté (Paris 1982) 196.
Symmachus, ep. V 62, an Paternus:
Quaestores ordinis nostri numquam ferarum suarum portorium contulerunt: grave enim maioribus visum est ut tolerantibus onera senatoriae dignitatis sumptus inmodicus adderetur. Haec mihi proxime, cum gladiatorium munus instruerem, magis populi Romani quam meo nomine praerogativa delata est. Nunc a fratre meo Cynegio u. c., quaestorio candidato, quinquagesimae vectigal exigitur, quod solos ursorum negotiatores utpote quaestui servientes oportet agnoscere. Huius iniuriae adfectio tuum moderamen expectat. Resiste, quaeso te, publicanorum cupiditati et damna collegarum recide. Ad geminam tuam gratiam res ista proficiet, si privilegio honoraveris senatum, levamine iuveris candidatos. Vale.
Symmachus, ep. V 63, an Paternus:
Causa amici suasit ut scriberem; sed fatendum est maiorem me curam tuae existimationis habuisse. Nam Minucianus u. c. exiguo periclitatur argento, tibi autem non tenuis ad laudem reserabitur via, si falsis, ut audio, syngraphis calumnia excitata consederit. Piget dicere quibus strophis adparitio Itali grassetur aerarii. 2. Ferunt sub publici debiti specie privatorum nominum falsa recitari. Invalidos quidem statim vincit inpressio, validiores autem, cum munimenta pro se iuris adsciverint, criminosis verborum interpretationibus inplicantur, ut ad damni patientiam sese invidiae timore summittant. Sed u. c. Minucianus tui securus et legum relationis minas amoliri optat examine. 3. Da igitur, oro te, iudices quos urbanis potestatibus imperialis praefecit electio; neque enim dignum est ad longinquam cognitionem vocari debitum tenue et praecipuam dignitatem. Longius pergerem, si aequitas vellet multis precibus adiuvari. Causae genus relatio publicabit; quae etsi errorem tuebitur cognitoris, numquam tamen poterit emereri, ut illi a te sine alio disceptatore credatur. Vale.
Symmachus, ep. VI 33, an die Söhne des Nicomachus:
Si qua adhuc de Sicilia speramus, incerta sunt. Nam cum litterae Euscii nuntiaverint dudum circi et scaenae artifices navigasse, etiam nunc de adventu eorum rumor in operto est atque ideo apparitorem placuit postulari, qui peragratis ubique litoribus explorata in aures nostras reportet. Crevit autem cura ludorum, postquam frequentibus ludis relationem de amphitheatro promerendo populus postulavit, quae mox iudicis impetravit adsensum. Dei nutus efficiet ut super hoc etiam divini principis concordet auctoritas. Valete.
„Was unsere Hoffnungen in Bezug auf Sizilien angeht, so bleibt die Lage ungewiss. Zwar erreichte uns schon vor einiger Zeit die Nachricht von Euscius, dass die Zirkus- und Bühnenkünstler in See gestochen seien, doch fehlt es bislang an einer Meldung über ihre tatsächliche Ankunft; daher wurde beschlossen, einen Boten zu entsenden, der die Küsten absuchen und alle erreichbaren Informationen einholen soll. Zudem wächst die Sorge um die Spiele, seit das Volk – ermutigt durch die häufigen Darbietungen – den förmlichen Antrag auf Errichtung eines Amphitheaters stellte, ein Begehren, das bei den Magistraten alsbald auf Zustimmung stieß. Möge der Wille der Götter dafür Sorge tragen, dass auch der göttliche Kaiser dieses Vorhaben billigt. Leb wohl.”
Lit.: zu Virius Nicomachus Flavianus dem Jüngeren:
RE VI (Stuttgart 1909) 2511-2513 s.v. Flavianus Nr. 15 (Otto Seck); Arnold Hugh Martin Jones - John Robert Martindale - John Morris, The Prosopography of the Later Roman Empire, I (Cambridge 1971) 345–347 s.v. Nicomachus Flavianus Nr. 14. Zu den Verbindungen der Nicomachi nach Sizilien: R. J. A. Wilson, Sicily under the Roman Empire. The Archaeology of a Roman Province, 36 BC–AD 535 (Warminster 1990) 217. weblink:
wikipedia.
Symmachus, ep. VI 43, an die Söhne des Nicomachus:
Crocodillos theatrali spectaculo publicatos in praesentiam vestram servare temptavimus, sed perseverante inedia quae illos per dies quinquaginta producta macerabat secundis ludis congressionum more confecti sunt. Duos etiam nunc spirantes in vestrum differemus adventum, licet eos cibi abstinentia longum vivere posse non spondeat. Valete.
„Wir haben versucht, die ursprünglich für ein öffentliches Schauspiel vorgesehenen Krokodile bis zu Ihrer Ankunft am Leben zu erhalten; doch geschwächt durch eine lange Fastenzeit, die sie bereits über fünfzig Tage hinweg gezehrt hatte, verendeten sie während der Kämpfe im zweiten Durchgang der Spiele. Zwei noch lebende Exemplare halten wir für Ihre Ankunft zurück, wenngleich ihre anhaltende Nahrungsverweigerung keinerlei Gewähr für ihr Überleben bietet. Lebt wohl.”
Zur Darbietung von Krokodilen siehe auch Symmachus, ep.
IX 141 und
IX 151.
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres III (livres VI-VIII). Texte établi, traduit et commenté (Paris 1995) 26; A. Berlan-Bajard, Les spectacles aquatiques romains, Collection de l’Ecole française de Rome, 360 (Rom 2006) 429 T49; K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 249.
Symmachus, ep. VII 8, an den Sohn Symmachus:
Confido solando animo tuo sermonis mei adsidvitatem posse sufficere; nam recentibus scriptis hunc addo sermonem cuius tibi lectio spem reditus mei pollicebitur, si fors praesumpta confirmet. Ratio autem huius aestimationis in aperto est, quia post magnificam ludorum consularium functionem sola adhuc arenae restat editio. Mutetur igitur animus in gaudium, et adeptum esse te crede quod possibilis coniectura promittit. Vale.
Symmachus, ep. VII 59, an Hadrianus:
Sacras mihi litteras Iulius agens in rebus exhibuit leopardorum munificentiam continentes; idem tuam desideratam nobis paginam simul tradidit. Principe igitur loco salutationis tibi solvo reverentiam; dehinc postulo ut pro me gratias agas votivae largitatis auctori — quae res iucundior erit, si ei commendationem prosecutio oportuna praestiterit — et quod verecundia mea vix implere potuisset oris tui adfabilitas prosequatur. Spero ex mensura adfectionis quam de te mereor quod cumulatissime possim magnitudinem nostrae gratulationis inplere. Vale.
Symmachus, ep. VII 76, an die Brüder:
Religiosum atque votivum est ut a
quaestoribus candidatis dona sollemnia potissimis atque amicissimis offerantur, quo in numero iure censemini. Offero igitur vobis eburneum diptychum et canistellum argenteum librarum duarum filii mei nomine qui quaestorium munus exhibuit et inpendio precor ut hanc honorificentiam dignemini gratanter amplecti. Valete.
Symmachus ep. VII 110,3, an Messala:
Probavit effectus non inmerito a me sperata quae praestare dignatus es, magisque me culpam potuisse contrahere, si apud amantem praetorias pignoris nostri necessitates pudore tacuissem. Ornari ergo nos gaudeo frequentibus amoris tui testimoniis et volo speres quidquid gratiae editio nostra quaesiverit ad tua beneficia me cedente referendum. Vale.
Symmachus, ep. VII 121, an Patruinus:
Scio ad indicium amicitiae pertinere quod religionem tuam participem nostrae necessitatis adsumo. Suscipe igitur, quaeso te, proclive mandatum quod pro mutua diligentia etiam non rogatus curare deberes. Ursi quam plurimi ad editionem muneris nostri ex Dalmatia devehuntur, quos cupimus celeriter in usum propinqui muneris exhiberi. Dignare igitur eorum transitum studio et diligentiae vindicare simulque adhibere custodiam, ne qua eos fraus auara commutet. Maxime autem rumpendae sunt morae, quia dies proximus functionis cogendo apparatui non relaxat indutias. Vale.
„Ich betrachte es als Zeichen unserer Freundschaft, dass ich dich um Hilfe in einer Angelegenheit bitte, die uns beide betrifft. Übernimm daher bitte diese Aufgabe – eine einfache Sache, um die du dich angesichts unserer gegenseitigen Wertschätzung ohnehin von selbst kümmern solltest. Für die von mir ausgerichteten Spiele wird eine große Anzahl von Bären aus Dalmatien herbeigeschafft, und ich möchte, dass sie für die bevorstehende Veranstaltung rasch zur Verfügung stehen. Bitte kümmere dich persönlich und mit größter Sorgfalt um ihren Transport und stelle sicher, dass sie bewacht werden, damit sie nicht durch gierige Machenschaften ausgetauscht werden. Vor allem darf es keinerlei Verzögerung geben, denn der Termin der Spiele lässt keinen Spielraum für die notwendigen Vorbereitungen. Lebe wohl.”
Symmachus, ep. VII 122,2, an Patruinus:
... Adde, si placet, quod a me postulatum tenes, ut aliarum Libycarum mihi emptio sacra auctoritate praestetur. Quo impetrato omnium perceptionem donum putabo. De iuvene autem meo retexere non laboro, quae sponte meministi. Intellego enim remitti modestiae meae precandi necessitatem, cum libentius a sublimi et magnificentissimo viro non expetita praestentur. Vale.
„... Fügen Sie dem noch die Bitte hinzu, die ich an Sie gerichtet habe: dass mir der Erwerb der übrigen *libyca* durch Ihre hohe Autorität garantiert werde. Ist dies gewährt, so werde ich den Erwerb des Ganzen als ein Geschenk betrachten. Was meinen jungen Schützling betrifft, so brauche ich die Einzelheiten, die Ihnen ohnehin gegenwärtig sind, nicht erst darzulegen; denn ich weiß, dass mir die Notwendigkeit eines förmlichen Gesuchs erspart bleibt, da ein Mann von solch erhabener und großartiger Statur bereitwilliger Gefälligkeiten gewährt, um die nicht ausdrücklich gebeten wurde. Leben Sie wohl.”
Symmachus, ep. IX 15, an Geminianus:
Consuetudinem meam servo et religiosa in amicos instituta custodio. Quare salutationis honore praefato mutuum de te posco responsum et, si memoria viget mandatorum meorum, ut securum me de apparatu praetoriae functionis facere digneris exhortor. Crescit enim per dies singulos cura apud me, quoniam propinquat editio, et nihil de vestibus atque animalibus quae olim sub aestimatione ac definitione tua per meos coemi debuerunt miror exhibitum. 2. Et quoniam sollicitor tarditatis, notarium meum misi, qui tuis praeceptis et monitis obsecutus devehenda cuncta suscipiat actoresque nostros ad pretia quae statueris ... hactenus tuum declinasse conspectum. Tandem igitur partes religionis exequere, ut exemplo diligentiae tuae in officiorum vicissitudinem provocemur. Vale.
Lit.: zu Geminianus, Proconsul in Africa zwischen 398 und 399 n.Chr. siehe:
RE VII (Stuttgart 1910) 1024 s.v. Geminianus (Otto Seeck).
Symmachus, ep. IX 16, an Sapidianus:
Leontius agens in rebus et honestate vitae et militiae exercitatione bonis quibusque placitus meum quoque iudicium adsidua diligentia provocavit. Inter amicos igitur ac familiares meos iure numeratur. Hunc tibi in manum trado petens ut exemplum nostrae circa eum adfectionis imiteris, quod te sedulo praesumo facturum. Interea de animalibus ludorum apparatui praeparandis admonitionem frequentare non desino. Cum ineam sponsionem qua me istius curae vacuum reddidisti, mandavi tamen Leontio monitoris officium. Cui aurem praebere dignaberis, si quando ipse publica et maiora tractanti hanc quoque petitionem domestica insinuatione suggesserit. Vale.
Symmachus, ep. IX 20, an Bassus:
Salutationis honore praemisso subtexo necessarium postulatum: filii nostri instat editio; huic equorum curulium paranda nobilitas est. Quapropter ad Hispanias fidelissimos cum copiosis sumptibus misimus, ut generosas quadrigas sub diligentissima lectione mercentur; sed quia veremur ne equorum transitum hiemis interventus excludat, quaeso te ut, si necessitas postulaverit, tribus aut quattuor hibernis mensibus pabula illis in re tua pro numero iubeas ministrari, ut incipiente temperie sine vexatione perveniant. 2 Praeterea adiumentum meis oro decernas ad equorum coemptionem, si quos in
Arelatensi urbe cursu et genere praestantes meorum cura reppererit. Amplectanda est enim vicinae emptionis occasio, si eximium aliquid casus obtulerit. Stabit apud me iugis memoria beneficii tui, cum votiuae editioni nostrae fraterna, ut spero, cura profuerit. Vale.
„Nach den üblichen Grüßen bringe ich ein dringendes Anliegen vor: Die von meinem Sohn auszurichtenden Spiele stehen unmittelbar bevor, und für dieses Ereignis müssen erstklassige Wagenpferde beschafft werden. Aus diesem Grund habe ich meine vertrauenswürdigsten Beauftragten mit reichlichen Mitteln nach Spanien entsandt, um dort mit größter Sorgfalt bei der Auswahl hervorragende Viergespanne zu erwerben; da ich jedoch befürchte, dass der einsetzende Winter den Transport der Pferde behindern könnte, bitte ich dich – sollte es nötig werden –, auf deinem Landgut für die Bereitstellung von Futter für die Dauer der drei oder vier Wintermonate zu sorgen, damit die Tiere ohne Schaden eintreffen, sobald das Wetter wieder milder wird. 2 Des Weiteren bitte ich dich, meine Beauftragten beim Pferdekauf zu unterstützen, falls meine Männer in der Stadt
Arles Tiere entdecken sollten, die sich durch Schnelligkeit und edle Abstammung auszeichnen. Denn man sollte die Gelegenheit zu einem Kauf vor Ort nutzen, wenn sich durch einen Glücksfall etwas Außergewöhnliches bietet. Ich werde deine Güte stets in dankbarer Erinnerung behalten, im Bewusstsein, dass deine brüderliche Fürsorge – so hoffe ich – zum Gelingen der Spiele beigetragen haben wird, zu deren Ausrichtung wir uns verpflichtet haben. Lebe wohl."
Lit.: Françoise Dumasy, Les édifices de spectacle de la Gaule tardive, in: Emmanuel Soler - Françoise Thelamon (Hrsg.), Les jeux et les spectacles dans l'empire romain tardif et dans les royaumes barbares, Cahiers du Groupe de recherche d'histoire de l'Universitè de Rouen, 19 (Rouen 2008) 77.
Symmachus, ep. IX 22, an Aurelianus:
Domum nostram in apparatu esse ludorum quos deo iuvante filii mei
praetura deposcit, quantum credo, didicisti. Missurus igitur ad Hispanias meorum aliquos qui curules quadrigas ex omni gregum nobilitate mercentur, iam nunc in favorem praetereuntium curam tuam provoco, ut illis et velocitas transeundi et evectionum praestetur adiectio. Haec interim pro tempore praelibavimus. Sed plura tribues vel tuo provisa studio vel illorum suggestione comperta. Vale.
„Du hast zweifellos erfahren, dass man in meinem Haus eifrig mit den Vorbereitungen für jene Spiele beschäftigt ist, die – mit der Hilfe der Götter – mit der
Prätur meiner Söhne verbunden sind. Da ich beabsichtige, einige meiner Leute nach Spanien zu entsenden, um dort Gespanne aus erstklassiger Zucht zu erwerben, bitte ich dich hiermit um deine Unterstützung: Sorge bitte für ihre rasche Weiterreise und stelle ihnen die erforderlichen Reisegenehmigungen aus. Ich habe diese Angelegenheiten hier nur kurz angerissen, bin mir aber sicher, dass du – sei es aus eigenem Antrieb oder auf ihre Bitten hin – noch mehr für sie tun wirst. Lebe wohl.”
Lit.: zu Aurelianus:
RE II (Stuttgart 896) 2428 s.v. Aurelianus Nr. 10 (Otto Seeck) (
wikisource)
Symmachus, ep. IX 25, an Vincentius:
Facio officium meum, si quando te cultu salutationis inpertio nec dissimulo referre grates quod inuicem me frequentet remuneratio scriptorum tuorum. Sed haec produci longius non oportet, quia bonae amicitiae iactationes refutant. Illud nunc de te inpetratum volo ut litteris et apparitore decreto iuvare digneris curam meorum quibus emendas ex Hispania curules quadrigas in apparatum praetoriae functionis iniunxi. 2. Oro praeterea ut equorum tractoriis quas vir inlustris Theodorus emisit confirmationem per epistulam praestes, ne mutato iudice beneficii lentescat auctoritas. Exambirem super his nimio precatu gratiam tuam, sed apud verecundas aures tuas simplicitas efficacior est et libentius pudor adnuit quod cum fiducia postulatur. Velim tamen teneas nunc quidem in petendo esse me parcum, sed fore in agendis post inpetrationem gratiis copiosum. Vale.
„Ich erfülle lediglich meine Pflicht, wenn ich dir den üblichen Gruß entbiete und offen meine Dankbarkeit für unseren häufigen Briefwechsel zum Ausdruck bringe. Doch will ich mich dabei nicht lange aufhalten, denn wahre Freundschaft verschmäht derlei Bekundungen. Ich bitte dich nun, jene Beauftragten zu unterstützen, die ich mit dem Erwerb eines Vierspänners aus Spanien für die Ausstattung meines Prätorianerbüros betraut habe – und zwar durch ein offizielles Schreiben sowie einen förmlichen Erlass. 2. Des Weiteren bitte ich dich, die von dem hochangesehenen Theodorus ausgestellten Transportgenehmigungen für die Pferde schriftlich zu bestätigen, damit die Gültigkeit dieser Gefälligkeit nicht durch einen Amtswechsel beeinträchtigt wird. Ich hätte dich zwar mit diesem Anliegen auch hartnäckig bedrängen können, doch bei einem Mann deiner bescheidenen Art ist ein offenes Vorgehen wirkungsvoller; wer seine Bitte vertrauensvoll vorbringt, findet eher Gehör. Bedenke jedoch: So zurückhaltend ich mit meinen Bitten bin, so großzügig werde ich mich erkenntlich zeigen, sobald mir die Gefälligkeit gewährt wurde. Lebe wohl.”
Lit.: zu Flavius Mallius Theodorus siehe
RE V A (Stuttgart 1934) 1897-1901 s.v. Theodoros Nr. 70 (Wilhelm Enßlin).
Symmachus, ep. IX 117:
Exprobraveras mihi antehac feras quibus non est usa quaestura filii mei. Mordebar commemoratione irriti beneficii de quo arguere amicum nec compotem gratiae debuisses. Tu vero etiam pretia, ut vir excellentissimus communis frater Protadius adlegat, nec speratae nec traditae rei postulas. Magis iuvat me, si credis, a verecundia ad pecuniam translata conventio: minus enim grave est debitorem quam ingratum videri. Est igitur optio tua ursis adiunctis quos tempestate dicis amissos naufragia taxare. Habes in manu quanto aestimare mihi debeas inefficacis voti benignitatem. Tantum maneat amicitia nostra nihilque Fortunae in eam liceat. Summam pone dispendio: non subducam pecuniam meam navis tuae casibus. Vale.
Symmachus, ep. IX 125:
A. d. sextum kal. Novembr.
quaestoriae editionis exordiis interesse me praecipis. Huius evocationis litteras ante biduum temporis praestituti circa Neapolim sumpsi. Purgat, ut vides, absentiam meam longus itineris tractus et functionis dies proximus. Sed diis iuvantibus multis spectaculis vestris compensabo obsequii mei debitum. Nunc veniae dandae facilem quaeso te praebeas; neque enim fas est ut tanto dispendio meo etiam culpa iungatur. Vale.
„Du hast mich angewiesen, der Eröffnung der Quaestorenspiele am sechsten Tag vor den Kalenden des November beizuwohnen. Das Schreiben, das mich zu diesem Ereignis rief, erreichte mich erst zwei Tage vor dem festgesetzten Termin, als ich mich in der Nähe von Neapel aufhielt. Wie du siehst, entschuldigen die weite Reise und die Unmittelbarkeit des Tages meiner Amtspflicht mein Fernbleiben. Doch mit der Hilfe der Götter werde ich die Pflicht, die ich dir schulde, nachholen, indem ich zahlreichen deiner künftigen Spiele beiwohne. Für den Augenblick bitte ich dich um Nachsicht; es wäre nicht recht, wenn zu den ohnehin schon hohen Kosten, die mir entstehen, auch noch ein Tadel hinzukäme. Lebe wohl.”
Lit.: K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 247.
Symmachus, ep. IX 132:
Abundantissime gaudeo tibi esse curae ut filii mei editio ursis pluribus instruatur statimque pretia adnumeranda misissem, nisi hiemalis asperitas inpediret invectionem. Sed paulo post, ubi oportunitas veris molliuerit itinerum difficultatem, curabitur ferarum emptio cui definitionis iustitiam spopondisti. Interea tibi ago atque habeo gratias et provocatum me ad amicitiae incrementa protestor, licet sponte digneris advertere honesta beneficia apud memores non perire. Vale.
„Es freut mich sehr, dass Sie sich so gewissenhaft um die Beschaffung der Bären für die Darbietung meines Sohnes kümmern; tatsächlich hätte ich die Zahlung bereits geleistet, wäre der Transport nicht durch die Härte des Winters behindert worden. Doch sobald die Milde des Frühlings die Reisebedingungen erleichtert, werde ich die nötigen Schritte für den Erwerb der Tiere in die Wege leiten – für die Sie mir einen fairen Preis zugesagt haben. Einstweilen spreche ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aus und bin sehr daran gelegen, unsere Freundschaft zu vertiefen; Sie wissen ja selbst nur zu gut, dass ehrenwerte Gefälligkeiten bei jenen, die sie zu würdigen wissen, niemals verloren gehen. Leben Sie wohl.”
Symmachus, ep. IX 135:
Editioni nostrae Fortuna consuluit, quae te regendae Apuliae voluit admovere. Utere igitur occasione praestandi et ad praeturam domus nostrae, ad quam feliciter de transmarinis locis ursi proxime perferentur, convenientia decerne praesidia, ut prioribus officiis tuis huius quoque cumulus adplicetur. Vale.
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres IV (livres IX-X). Texte établi, traduit et commenté (Paris 2002) 78.
Symmachus, ep. IX 137:
Si novum beneficium de ursorum comparatione peteremus, longior ambitus esset adhibendus, sed cum promissa repetantur, admoneri potius quam rogari te convenit. Haec igitur epistulae meae summa est ut homines meos quibus ferarum iam mandavimus emptionem iuvare adminiculo non graveris, ut editio nostra quam deo auspice pro filio praeparabimus tuis auxiliis, meis sumptibus instruatur. Vale.
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres IV (livres IX-X). Texte établi, traduit et commenté (Paris 2002) 79-80.
Symmachus, ep. IX 141:
Postquam de freto Siculo litteras tuas sumpsi, ad curam uicissitudinis incitatus salutem mihi nuntio secundare, tibi opto subpetere. Dehinc de apparatu nostrae editionis admoneo, quamuis religiosus animus monitorem alium non requirat. Prae ceteris autem quae Romana spectacula desiderant crocodillos functio theatralis efflagitat. De quibus fidam tuam teneo sponsionem cui facilis succedet effectus, si peculiariter in rem missos suffragii tui nisus adiuverit. Vale.
„Nachdem ich über die Straße von Sizilien deine Briefe bekommen habe, fühle ich mich zur Pflege unseres Briefwechsels angeregt, um dich mit der Nachricht zu erfreuen, dass es mir gut geht, dich möge der gleiche Vorteil stützen. Außerdem ermahne ich dich wegen der Ausstattung unserer Veranstaltung, auch wenn dein gewissenhafter Sinn eine andere Ermahnung nicht notwendig erscheinen läßt. Früher war es aber so, dass den römischen Veranstaltungen Krokodile fehlten, welche die Anlage eines Theaters ja geradezu fordert. Hierüber habe ich dein feierliches Versprechen, das zu halten, dir leicht fällt, wenn der besondere Nachdruck deiner Stimme dir helfen wird, sie an Ort und Stelle zu bringen.”
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres IV (livres IX-X). Texte établi, traduit et commenté (Paris 2002) 81-82; A. Berlan-Bajard, Les spectacles aquatiques romains, Collection de l’Ecole française de Rome, 360 (Rom 2006) 428 T47; J.-P. Callu, Functio l'avatar ludique d'après la correspondenc de Symmaque, in: E. Solèr - F. Thelamon (Hrsg.), Jeux et spectacles (Rouen 2008) 23-36; K.M.D. Dunbabin, Theater and Spectacle in the Art of the Roman Empire (London - Ithaca 2016) 249.
Symmachus, ep. IX 142:
Plures de Dalmatia ursos in apparatum domus nostrae proxime esse venturos fides adserit nuntiorum, quorum subuectionem dispositis vehiculis etiam privatim debemus instruere. Huius mihi curae absolutionem diligentia tua usu explorata promittit. Quaeso igitur ut hanc provinciam confestim.
„Glaubhafte Botschaft verlautet, dass viele Bären aus Dalmatien sehr bald in den Apparat unseres Hauses kommen werden, deren Transport mittels der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge wir aus eigenen Mitteln tragen müssen. Deine durch reifliche Erfahrung gestützte Liebe für die Sorgfalt verspricht die Vollendung. Also bitte ich dich, dass du diesen Dienst unverzüglich ... "
Lit.: J.-P. Callu (Hrsg.), Symmaque, Lettres IV (livres IX-X). Texte établi, traduit et commenté (Paris 2002) 82.
Symmachus, ep. IX 144:
Ludos praetorios praeparamus, quorum ornatus peregrina animalia desiderat, ut novo cultu Romana splendescat editio. Addaces igitur et pygargos tuo studio mihi opto praestari, quorum copiam limes vobis finitimus subministrat. Dignare igitur amicitiam nostram votivo pignore foederare. Non ero inpar ad vicissitudinem rependendam, si quid etiam tuus usus exegerit. Vale.
„Wir bereiten die
prätorischen Spiele vor, und deren Pracht verlangt nach exotischen Tieren, damit die römische Darbietung in neuartigem Glanz erstrahlt. Ich hoffe daher, dass mir durch deine Bemühungen Addax- und Pygargus-Antilopen beschafft werden – Tiere, die in der an dein Gebiet angrenzenden Grenzregion reichlich vorkommen. Mögest du also unsere Freundschaft mit dieser zugesagten Gabe besiegeln; ich werde es nicht versäumen, mich angemessen zu revanchieren, sollte es deine eigene Lage einmal erfordern. Lebe wohl.”
Symmachus, ep. IX 151 (401 n.Chr.):
Meretur de praeclaro animo tuo votiva causa suffragium.
Praetoria donum novum deo iuvante expectat functio in qua me crocodillos et pleraque peregrina civibus exhibere et aliorum hortantur exempla et propria compellit animositas. Quare amicum meum Cyriacum benigne in curam tuam dignare suscipere, ut incepta promoveat. Habebis in posterum tantae gratiae non in memorem debitorem. Vale.
„Dein edler Geist verdient Unterstützung für dieses Anliegen, dem du dich verschrieben hast. Die
prätorischen Spiele erfordern mit Gottes Hilfe eine neue Zuwendung, insofern mich sowohl die Beispiele anderer als auch mein eigener Ehrgeiz antreiben und nötigen, Krokodile und viele andere exotische Tiere unseren Bürgern darzubieten. ..."
Kommentar: Die Bemerkung des Symmachus bezieht sich auf die Spiele seines Sohnes, welche dieser als
Prätor geben mußte. Nach
Olympiodoros von Theben, fr. 44 wendete Symmachus aus diesem Anlass 2.000 Pfund Gold auf. Die Darbietung von Krokodilen wird als etwas besonders exotisches und außergewöhnliches hervorgehoben: Man geht davon aus, dass diese Tiere allein in einem gefluteten Wasserbecken vorgeführt werden konnten, was entsprechende technische Installationen in einem Theater oder Amphitheater voraussetzt.
Lit.: Mittag, Alte Köpfe .... 79 Anm. 46; A. Berlan-Bajard, Les spectacles aquatiques romains, Collection de l’Ecole française de Rome, 360 (Rom 2006) 429 T48; A. Puk, Das römische Spielewesen in der Spätantike, Millennium-Studien, 48 (Berlin - Boston 2014) 364 Anm. 479.
